Verlag: J.G. Seume Blog

Kategorie: Seume

„Welch ein Geist, welch ein Herz, welch ein Charakter…“

Johann Gottfried Seume (Hans Veit Schnorr von Carolsfeld, 1798 )

… ist mit diesem seltnen Mann aus der Welt verschwunden!“, schrieb Christoph Martin Wieland nach dem Tod Johann Gottfried Seumes an den Verleger Georg Joachim Göschen.

Es wurde Zeit, daß der Verlag: J.G. Seume das Andenken seines Namensgebers mit einem Buch ehrt und pflegt. Nun hat dankenswerterweise der Germanist, Historiker und Vorsitzende der Johann Gottfried Seume Gesellschaft zu Leipzig e.V., Dr. Otto Werner Förster, eine neue Biographie über den Leipziger Spätaufklärer und Wanderer nach Syrakus geschrieben, das zur Leipziger Buchmesse erscheinen wird.

Wer ihn noch nicht kennt: Seume, 1763 in Poserna geboren, war Schüler der Alten Nikolaischule und Student der Theologie in Leipzig, bevor er als Soldat vom Landgraf Friedrich II. von Hessen-Kassel als Soldat in den Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg vermietet wurde. Nach der Flucht aus dem hessischen, später dem preußischen Militärdienst studiert er in Leipzig Jura, Philosophie, Geschichte und Sprachen. Seine Studien schließt er mit Promotion und Habilitation ab: Dr. habil. Johann Gottfried Seume. Vier Jahre arbeitet er danach als Korrektor des Göschen-Verlags in Grimma, bevor er am 06. Dezember 1801 in Hohnstädt zu seinem berühmten ‚Spaziergang nach Syrakus‘ aufbrach. Nach weiteren Wanderungen – u.a.nach Polen, ins Baltikum, nach Russland – fristet er ein mühseliges Dasein als Autor und Hauslehrer in Leipzig.

Schwer erkrankt, reist er auf Einladung seiner Freunde 1810 zur Kur nach Teplitz, wo er am 13. Juni 1810 verstirbt. Otto Werner Förster beschreibt Seume so: „Lese ich Seume, bin ich immer wieder erstaunt über seine treffende Sicht auf die Zeit. Und dass sich nach mehr als zwei Jahrhunderten so viel scheinbar nicht verändert hat: Der Adel heißt jetzt Politiker, Konzernlenker,Großaktionär. Das Geld und die Werte – nun in einer Demokratie – erwirtschaften noch immer allein die Millionen Menschen »darunter«. Die ewigen Mitmacher, Bücklinge, Schleimer, den Klüngel gibt es noch immer. Seume schreibt, was er denkt, mit einem Bildungshintergrund und -Horizont, der weit mehr ist als »Wissen«: nämlich Durchschauen der Verhältnisse, Weltsicht, Verantwortung. Solche Sicht auf die Dinge schafft nicht nur Freunde. Aber angepasst an die gängige Meinung hat er sich nie. Ein »Selbstdenker« und wichtiger Autor, dem Aufklärungsjahrhundert verpflichtet und nur seinem Gewissen …“

Förster holt Seume wieder in das historische Gedächtnis der Deutschen zurück: Auch für uns Heutige ein Vorbild an Mut und Aufrichtigkeit in politisch schwierigen Zeiten. Er wird sein Buch an folgenden Terminen vorstellen:

  • Donnerstag, den 08.03.18, um 19.00 Uhr im Leipziger Museum für Druckkunst, Nonnenstraße 38, 04229 Leipzig,
  • Donnerstag, den 15.03.18, um 19.30 Uhr in der Weingalerie Leipzig, Dufourstraße 28, 04107 Leipzig sowie
  • Samstag, den 17.03.18, um 13.30 Uhr in der Buchhandlung Hugendubel, Petersstraße 12, 04109 Leipzig.

Buchcover Johann Gottfried Seume

Das Buch „Johann Gottfried Seume“ zum Preis von 19,90 € erscheint zur Leipziger Buchmesse (→ leipziger-buchmesse.de), die vom 15. bis 18. März stattfindet.

Seume-Literaturpreis 2017 für Jan Decker

Der mit 3000 Euro dotierte Johann-Gottfried-Seume-Literaturpreis 2017 geht an Jan Decker für seinen Roman „Der lange Schlummer. Eine Jury, bestehend aus Dr. Thomas Frantzke (Kulturdienstleister aus Leipzig), Lutz Simmler (Vorsitzender Seume-Verein „ARETHUSA“ e. V. Grimma) und Thorsten Bolte (Museum Göschenhaus Grimma), hat ihm im Auftrag des Seume-Vereins „ARETHUSA“ und der Stiftung der Sparkasse Muldental am 25.09.2017 einstimmig den diesjährigen Preis zuerkannt. Damit wird erstmals in der Reihe der Seume-Literaturpreisträger ein Text ausgezeichnet, der den Spaziergänger Johann Gottfried Seume als Protagonisten besitzt:

Statt sich im Jahre 1802 zu befinden, erwacht Seume in Gräfenroda (Thüringer Wald) an einer Autobahnraststätte – man schreibt mittlerweile das Jahr 2017! Nach einer kurzen Verwunderung, bricht Seume zu seinem letzten Wegabschnitt nach Grimma auf, zu Fuß versteht sich. Auf dem Weg dorthin begegnen ihm allerlei neue Dinge und Situationen, die er versucht, zu verstehen und einzuordnen. Ironisch kommentiert Seume so die Gegenwart, vergleicht sie mit seiner Vergangenheit und zieht Schlüsse, die auch den Leser nachdenklich machen.

Roman „Der lange Schlummer von Jan Decker

Der Roman „Der lange Schlummer“ spiegelt intensiv das kritische Denken Seumes wider und steht ganz in der Tradition jener Aufklärung, für die der historische Seume steht. Erschienen ist der Text in Buchform 2017 in der Edition 21 in Thun / Schweiz.

Seume-Literaturpreisträger 2017, Jan Decker

Jan Decker wurde 1977 in Kassel geboren.  Er studierte in Hannover und Greifswald, schließlich am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Es folgten Lehraufträge in Karlsruhe und Osnabrück, u. a. zu Hörspiel, Radiofeature und Kreatives Schreiben, 2014 erschien sein „Praxisleitfaden Hörspielwerkstatt“. Jan Decker lebt und arbeitet heute in Osnabrück.

Um den Seume-Literaturpreis 2017 hatten sich 82 deutschsprachige Autorinnen und Autoren. Insgesamt wurden knapp 10.000 Seiten Texte eingereicht. Dabei kamen 60 Autorinnen und Autoren aus Deutschland (davon 24 aus Sachsen), 11 aus der Schweiz, 9 aus Österreich und je 1 Autor aus Finnland und Schweden. 11 Textbeiträge kamen in die engere Auswahl um den Seume-Literaturpreis.

Der Seume-Verein „ARETHUSA“ e. V. und die Stiftung der Sparkasse Muldental werden am 2. Dezember 2017 in einer feierlichen Preisverleihung dem Autor das Preisgeld von 3.000 € überreichen. Diese Veranstaltung, zu der jeder herzlich eingeladen ist, findet in der Aula des Hauses Seume an der Colditzer Straße 34 statt.

Die bisherigen Seume-Literaturpreisträger waren:

2001 Götz-Ulrich Coblenz
Mein Spaziergang von Arkona nach Pisa. Ein Tagebuch

2003 Wolfgang Büscher
Berlin – Moskau. Eine Reise zu Fuß

2005 Andreas Altmann
34 Tage und 33 Nächte – von Paris nach Berlin zu Fuß und ohne Geld

2007 Andreas Reimann
… und Rotwein rauscht an meiner Seele Süden. Italien-Sonette

2009 Helga M. Novak
Wo ich jetzt bin (Gesammelte Gedichte)

2011 Peter Winterhoff-Spurk
Unternehmen Babylon. Wie die Globalisierung die Seele gefährdet

2013 Constanze John
Gelber Staub. Eine Reise nach Armenien

2015 Susanne Schädlich
Westwärts, so weit es nur geht. Eine Landsuche

Neuer Vorstand der Seume-Gesellschaft

William Hogarth

Am 18. Juni 2017 haben die Mitglieder der Johann-Gottfried-Seume-Gesellschaft zu Leipzig bei der Jahresmitglieder- und Wahlversammlung einen neuen Vorstand gewählt. Die Gesellschaft wurde im Jahr 1999 gegründet. Sie beschäftigt sich mit der Pflege und Verbreitung des Andenkens an den Dichter Johann Gottfried Seume (1763-1810), der Erforschung seines literarischen Werkes und dessen Wirkung. Ferner zählen die Kultur- und Verlagsgeschichte zu Lebzeiten des Namensgebers zu ihren Themen.

Vorsitzender der Gesellschaft bleibt weiterhin der Leipziger Germanist und Historiker Dr. Otto Werner Förster, zu stellvertretenden Vorsitzenden wurden Georg Meyer-Thurow (Borgholzhausen) und Prof. Dr. Peter Winterhoff-Spurk (Saarbrücken/Leipzig) gewählt. Neue Schatzmeisterin wurde Christel Meyer-Thurow (Borgholzhausen). Ausblickend wurde die Intensivierung der Zusammenarbeit mit dem in Grimma ansässigen Internationalen Johann-Gottfried-Seume Verein e.V. beschlossen. Kontakt: (→ seume-gesellschaft.de)

Grand Tour – Reisen zu antiken Stätten

Karl Friedrich Johann von Müller, Liegender Atlas in Agrigent, 1855, Saarlandmuseum Saarbrücken

Ach, liebes Saarland, Du hast kulturell so viel zu bieten – und keiner geht hin. Da gibt es im Museum für Vor- und Frühgeschichte in Saarbrücken eine gut gemachte Ausstellung über die Kavaliersreisen des Adels und des Bürgertums im 18. und 19. Jahrhundert nach Italien, Griechenland und Ägypten, aber die Besucherzahlen sind ausgesprochen übersichtlich. Gut, ein einsames und – zugegeben – langweiliges Poster vor der Tür des Museums lockt nun auch nicht eben hinein, aber wenn man die Ausstellung gesehen hat, denkt man: Alle Achtung – für so ein kleines Haus!

Los geht es Ende des 18. Jahrhunderts: „In keinem Zeitalter der Welt wurde so viel gereist, als in dem unsrigen, wo das Reisen zu einer Art Epidemie geworden ist. Könige und Fürsten verlassen ihre Throne um als Privatleute auswärtige Länder kennen zu lernen“, schreibt ‚Der Teutsche Merkur 1784‘.

Friedrich Overbeck – Italia und Germania (1828)

Zunächst reist der Adel nach Italien, allerdings nicht nur zu Bildungszwecken im engeren Sinne. Vielmehr konnten und sollten sich die jungen Adeligen unterwegs auch ein ‚garniertes Bett‘ bestellen, ein Nachtlager mit einer Gefährtin herinnen. Ein älterer Erzieher mußte aufpassen, daß es keine Komplikationen gab. Vor Ort leistete man sich dann einen Cicerone, der die antiken Stätten erklärte. In Rom beispielsweise war es ein Hofrat Reiffenstein, der auch Goethe und Lessing herumführte. Wer sich das nicht leisten konnte, für den gab es einen schon 1727 gedruckten Reiseführer mitsamt Stadtplan durch Rom. Souvenirs aber brachten sich alle mit, ob Gipsabgüsse, Korkmodelle, Gemmen oder Drucke.

„Außer Rom ist fast nichts Schönes auf der Welt! Eine einzige Villa in Rom hat mehr Schönheit…, als alles, was die Franzosen gekünstelt“, schrieb der Aufseher der vatikanischen Altertümer Johann Joachim Winckelmann (1717-1768) dazu. Entsprechend schickten die deutschen Fürsten ihre Maler und Intellektuellen auf Bildungsreise nach Italien.

Johann Heinrich Wilhelm Tischbein – Goethe in der Campagna, Rom 1787

Und nur 41 Jahre später – 1825´- heißt es: „Alle Klassen, Alter, Geschlechter, Stände sind (in Rom) zusammengemischt – der Erste unseres Adels und der Letzte unserer Bürger – die Gelehrtesten unserer Universitäten und die Faulsten aus der Gosse – begegnen und berühren sich an jeder Ecke“ (The Westminster Review 1825).

So dauerte es nicht lange, bis an die Stelle des Italienfernwehs die Ägyptomanie trat, angeregt und beschleunigt durch Napoleons Ägyptenfeldzug 1798. Eine nach 1829 aufflammende Griechenlandbegeisterung legte sich schnell wieder, da es dort außer Bauerndörfern nicht mehr viel zu sehen gab.
Und schließlich zeigt die Ausstellung auch, wie die Grand Tour zur Pauschalreise wurde und an ihre Stelle die organisierte Weltreise trat: Erstmals 1872 von Thomas Cook angeboten.

Bemerkenswert ist die Kooperation des Museums mit anderen Häusern, sowohl in der Region u.a. Mannlich-Haus Zweibrücken, Unternehmenssammlung von V & B, Mettlach) wie von außerhalb (u.a. Lindenaumuseum in Altenburg, Gräfliche Sammlung Schloß Erbach, Musée National d’Histoire et d’Art, Luxembourg). Und nicht zuletzt: Es gibt in den Ausstellungsräumen immer wieder Sitzbänke, so daß das in die Beine gesackte Blut wieder dorthin fließen kann, wo man es für ein Museum dringender braucht: Ins Gehirn. Das Einzige, was der Seume-Verlag zu bemängeln hat: Der 1801 von Grimma nach Syrakus gewanderte Johann Gottfried Seume ist nicht erwähnt. Dies sei hiermit nachgetragen: (→ Spaziergang nach Syrakus)

Kurzum: Eine schöne, interessante und empfehlenswerte Ausstellung, nicht überladen, mit gut lesbaren Texten, die man in einer Stunde gesehen haben kann. Aber viel Zeit ist nicht mehr. Die Ausstellung läuft nur noch bis zum 31. Juli 2017.

Museum für Vor- und Frühgeschichte, Schloßplatz 16, 66119 Saarbrücken
(→ Stiftung Saarländischer Kulturbesitz)

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag: 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr
Mittwoch: 10.00 Uhr bis 20.00 Uhr

Aufklärung und Unterhaltung

© Gerhard Weber/Stadt Grimma

„Wenn ihr im Kreise Eurer Lieben die langen Winterabende am traulichen Ofen sitzt oder im Frühlinge, wenn vom Apfelbaume die weiß und rothen Blüthen fallen, mit einigen Freunden in der schattigen Laube – dann leset unseren Blog! Ein Blog soll’s werden für’s Haus und für die Familie, … für Groß und Klein, für Jeden, dem ein warmes Herz an den Rippen pocht, der noch Lust hat am Guten und Edlen! …
Dann wollen wir hinaus wandern an der Hand eines kundigen Führers in die Werkstätten des menschlichen Wissens, in die freie Natur, zu den Sternen des Himmels, zu den Blumen des Gartens, in die Wälder und in die Eingeweide der Erde, und dann sollt Ihr hören von den schönen Geheimnissen der Natur, von dem künstlichen Bau des Menschen und seiner Organe, von Allem, was da lebt und schwebt und kreucht und schleicht, was Ihr täglich seht und doch nicht kennt. Und was außerdem noch von Interesse ist im Thun und Treiben der Menschen – Ihr sollt’s finden in unserm Blog, das zu alle den Dingen, die wir Euch bieten, auch noch verzierende und erklärende Abbildungen bringt von anerkannten Künstlern.“

So kündigte im Jahr 1852 der Journalist Ferdinand Stolle aus Grimma die erste Ausgabe von DIE GARTENLAUBE an, dem ersten Massenblatt der Mediengeschichte. Wir haben nur das Wörtchen ‚Blog‘ hineingeschmuggelt. Seine Laube ist oben abgebildet, sie steht auf der Stadtmauer in Grimma. Tatsächlich aber war der radikal-liberale Leipziger Verleger Ernst Keil der Herausgeber. Er hatte die bürgerlichen Ehrenrechte wegen eines Vergehens gegen das Pressegesetz verloren. Stolle war sein Strohmann. Die Zeitschrift wurde mit fast 400.000 gedruckten Exemplaren zu Zeiten von Keils Herausgeberschaft ein sensationeller Erfolg.

Nun geht unsere Phantasie nicht (sofort) auf 400.000 Leser, aber Aufklärung und Unterhaltung – das möchten wir schon mit unserem neuen Seumeblog erreichen. Dort kann, wer will, Beiträge im Sinne der Ideen des Verlags publizieren, lesen und kritisieren. Diese hatten wir seinerzeit so beschrieben, ohne zu ahnen, wie aktuell sie je werden könnten:

„Mit Büchern Einsichten vermitteln in unsere Natur, unsere Fähigkeiten und die sozialen Verhältnisse, in denen wir leben. Der Namensgeber als Wanderer zwischen den Welten, das heißt für uns: Mentale Grenzen überwinden – zwischen Ost- und Westdeutschen, zwischen Deutschen und Franzosen, Polen, Tschechen, zwischen sozialen Klassen und politischen Gruppierungen. Neugierig machen aufeinander, voneinander lernen, deutsche und europäische Identifikationsorte schaffen oder an sie erinnern.“ (→ seume-verlag.de)

Seume, der mißverstandene …

Kaum ein Wanderverein, der sich nicht auf Johann Gottfried Seumes »Spaziergang nach Syrakus« beruft. Er hat wesentlich mehr geschrieben. Die eigentliche – zeitlose – Substanz seiner Schriften ist allerdings scharfsichtige Kritik seiner Zeit und diverser ahumaner Zustände. Der sympathische, knurrige Selbstdenker war den Mächtigen und ewigen Mitläufern unangenehm, ein ständiger Stachel. Also wurden die »gefährlichen« Texte möglichst aus dem Blickfeld genommen, der Autor entschärft. Damit wurde der politische Schriftsteller Seume nicht erst seit dem Kaiserreich zum harmlosen Schreiberling stilisiert. Man machte ihn auch in Büchern und Buchtiteln vor allem zum »Wandervogel« und »Patrioten«. Das zieht sich bis in die die Mitte des 20. Jahrhunderts, als der Zwickauer Lehrer Kurt Arnold Findeisen 1938 sein Büchlein »Seume. Wanderer, Soldat, Patriot« veröffentlichten.

Johann Gottfried Seume (Hans Veit Schnorr von Carolsfeld, 1798 )

Seit mehr als vier Jahrzehnten wird durch einige Literaturwissenschaftler und Literaten ein wesentlich differenzierter, vielschichtiger, widersprüchlicher Seume herausgearbeitet. Der in Bielefeld lehrende Germanist Jörg Drews († 2009) und die »68er« waren mit der DDR-Literaturwissenschaft – etwa der Leipziger Germanist Claus Träger – die ersten, die sich wieder engagierten für Seume. Jörg Drews gründete im Mai 1999 mit Mitstreitern die »Johann Gottfried Seume-Gesellschaft zu Leipzig e.V.« Leipzig war Seumes Lebensmittelpunkt. Seitdem wurden Kolloquien veranstaltet, Sammelbände herausgegeben, neueste Forschungsergebnisse in den »Obolen«–Heften des Vereins veröffentlicht.

Gegenwärtig sind es u.a. der Historiker Georg Meyer-Thurow, der Germanist Dirk Sangmeister oder Gabi Pahnke, die mit weitgehenden Archivrecherchen, Publikationen und weiteren Forschungen das Seume-Bild geraderücken.

Autor: Otto Werner Förster, Leipzig

Querverweise: (→ seume-gesellschaft.de) und (→ seume.de).